Spitzenspiel in der Landesliga

Samstag, 18.4., 10:00 Uhr, Neuruppin, Sonnenschein, Zweiter gegen Vierten – alles war angerichtet, für ein Top-Spiel.

Bei super Bedingungen, guter Atmosphäre und einem gewissen Maß an Anspannung, kam es nun zum Spiel, auf das wir uns die Woche über vorbereiteten. Gerade nach den guten Ergebnissen zum Rückrundenstart, war die Erwartungshaltung recht groß nach dem Abpfiff in der vorigen Woche gegen Birkenwerder – die Gier nach Fortschritt wuchs. Zum Glück sahen alle Beteiligten schnell, dass wir den Fokus auf Neuruppin legen müssen, einen hochgradig gefährlichen Gegner, der uns zu Saisonbeginn aus dem Pokal warf. Diese Aufgabe galt es zu bewältigen, was uns unter der Woche konzentriert arbeiten ließ – und den erwarteten schweren Brocken bekamen wir nun am vergangenen Samstag präsentiert.

Das Spiel begann von unserer Seite aus sehr stark, schnelle Kombinationen, viele Verlagerungen im Spiel, auch die eine oder andere Rochade zwischen den Positionen gab es fließend im Angriffsvortrag, sodass der MSV doch mittelschwere Probleme hatte, Zugriff auf unsere ballführenden Akteure herzustellen. 10 ausgezeichnete Minuten, die nur in einem Punkt missfielen: Wir waren zu ungeduldig. Alles deutete darauf hin, dass wenn wir geduldig Dominanz aufbauen, der Gegner einbrechen würde. In diesem Vorhaben schritten wir in der Anfangsphase gut voran, hatten über 2-3 Minuten sogar regelmäßige Durchbruchschancen. Leider haben die Jungs nicht damit gerechnet, dass ein so hervorragend eingestellter Gegner, genug Qualität besitzt, um den letzten Pass, oder die Abschlussmöglichkeit so schwer wie möglich zu gestalten, oder sogar gänzlich zu verhindern.
Unsere Angriffe wurden also ungeduldiger, ehe wir plötzlich in höheren Zonen durch suboptimale Staffelungen in den Spielsituationen zu Ballverlusten gezwungen wurden. Deshalb gab es einen Übergang um die 15. Minute in eine Kampfphase, in denen es nur darum ging, dass kein Team Raum herschenken wollte. Eine herausragende Vorstellung im Anlaufen unserer Aufbaureihe und des schnellen Ballvortrags im Tempodribbling des Kapitäns Jona Leeuwstein, gab Neuruppin nun Oberwasser, die den gefühlten 80:20 Ballbesitz sprengte und es stark in Richtung ausgeglichenem Verhältnis ging. Ein Top-Spieler, gegen ihn zu spielen ist wirklich sehr schwer.
Es folgten nun klarere Chancen für die Gastgeber, ehe sie in den letzten 5-6 Minuten einen wahren Sturmlauf entfesselten – unsere anfängliche Dominanz war wie weggeblasen. Unsere Befreiungsversuche über den linken Flügel, wo Julian und Meris versuchten für Entlastung zu sorgen,  wurden von einer wirklich sehr intelligent spielenden Nummer 12 des Gegners zuverlässig verteidigt.
Wir konnten uns zum Glück auf unseren Notfall-Trumpf verlassen: Eric fischte im Tor wirklich alles weg, was kam. Seien es 2 1 gegen 1 Situationen, eine Glanzparade auf der Linie und einem unmenschlichen Umlenken eines abgefälschten Schusses zur Ecke, obwohl er schon in die andere Richtung unterwegs war – diese Leistung war absolute Extraklasse, da kam selbst die glänzend aufgelegte Nummer 9 des Gegners nicht gegen an.

Halbzeit, durchschnaufen, einen neuen Matchplan für die zweite Hälfte entwerfen, Neuruppin aus dem Rythmus zu kicken war das Ziel und einen eigenen aufzubauen.

Dies gelang uns phänomenal gut, die Dominanz war vom ersten Moment an da, die wir aufbauen wollten. Pascal W. und Messi räumten alles Weg was kam und konnten sich an der Mittellinie für eine Strafraum belagernde Zirkulation aufbauen. Julian und Junior beackerten die Außen nun mit viel mehr Ertrag, als noch in Hälfte 1. Meris wurde in der Zirkulation etwas als Raumblocker geopfert, was ihm jedoch sichtlich gefallen hat, Raum für sein Team auf zu reißen. Dominic beherrschte nun das Zentrum des Spiels und konnte häufig aufdrehen und Richtung Tor marschieren. War dies nicht möglich, verteilte er die Bälle auf die erste Linie, oder nach Außen und wir steuerten den Durchbruch an.
Leider hat der letzte Mumm gefehlt, um in der letzten Aktion zu stechen, dort gab es viele kleine Verspringer, die uns sonst nicht passieren, die es Neuruppin erlaubten, die 0 zu halten. In der Schlussphase brachen sie jedoch ein und waren so weit zurück gedrängt im eigenen Strafraum, dass sie Basti nur noch mit einem Foul aufhalten konnten und es Strafstoß gab. Wie ein echter Führungsspieler stiefelte Micha zum Punkt, nahm sich die Kugel und brachte uns mit seinem Treffer auf die Siegerstraße. Die letzten 8 Minuten waren diesmal ein Sturmlauf unsererseits, da die Gastgeber ihren Abwehrriegel auflösten, um den Ausgleich zu erzielen. Unter dem Druck brachen dann nur wenig später Verteidigung und Torhüter zusammen, die trotz fantastischer Leistung unter Druck den Ball zu schlampig auf den Torhüter spielten, der beim Anblick des heranstürmenden Spieler aus Falkensee einknickte und den Ball ins eigene Tor verspringen lies.

Es war ein knüppeldickes Spiel, ein sehr harter Gegner, der sehr fair spielte und ich kann für alle Beteiligten sprechen, dass nach dem Strafstoß kein Stein, sondern eine ganze Gebirgskette von unseren Herzen fiel. Unsere fehlende Geduld aus Hälfte 1 haben wir nachgeholt und einen letztlich verdienten Sieg erzielt, der uns Mut für die kommenden Wochen macht.

Nun bereiten wir uns auf Schwanebeck und das bevorstehende Master-Turnier vor und wollen auch dort an unser Maximum gehen.

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