Dämpfer in Hennigsdorf

Im verlegten Spiel gegen den FC Hennigsdorf 98, musste die E1 einen schweren Rückschlag hinnehmen, für den man mehrere Erklärungsansätze finden kann.
In einem ohne Frage hochklassigen Spiel gegen einen guten Gegner, war es uns nicht vergönnt, das erlösende Tor zu erzielen und den eigenen Rhythmus zur Dominanz auszubauen.
Vorneweg sei also gesagt: trifft man vorne nicht, verdient man es nicht zu gewinnen, weshalb der Sieg der Gastgeber verdient war. Allerdings hatten alle Anwesenden mächtigen Diskussionsbedarf, aufgrund folgenden Spielverlaufs:Das Team hat sich in der Vorbereitungsphase auf das Spiel viele Gedanken gemacht, wie man die Aufgabe angehen kann und sollte und haben uns einen Matchplan zurecht gelegt, in den wir unser Vertrauen gesetzt haben.
Wir wollten versuchen den Spagat zwischen „Stärken des Gegners egalisieren“ und „Eigene Stärken gewinnbringend einsetzen“ hin zu bekommen, was uns eine ausgezeichnete motivierte Trainingswoche bescherte, die mir als Trainer großen Spaß gemacht hat. Co-Trainer Dirk zeigte sich zu Beginn der Woche noch ein wenig Skeptisch und wollte in unnachahmlich charmanter Manier noch mehr Prozentpunkte rauskitzeln, was uns beiden aber schwer viel – es war ziemlich schwer NOCH mehr von unserem derzeitigen Entwicklungsstand zu erwarten. Ein Gefühl von Selbstvertrauen keimte in uns, weshalb wir  voller Tatendrang den Weg nach Hennigsdorf antraten.
In den ersten 15 Minuten ging unser Spielansatz vollständig auf. Es war fast genau das Spiel, was wir unbedingt spielen wollten. Chancen um Chancen und kaum Entfaltung für den Gegner. Hier sollte uns die alte Fußball-Weisheit jedoch voll ins Herz treffen: Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten…

Niemand hätte darüber erstaunt sein dürfen, wenn wir in den ersten 15 Minuten 3-5 Tore machen und dann in unserem Rhythmus den Ball halten und geduldig auf unsere Chancen warten. Wären die Jungs dort nicht so nervös gewesen, hätten sie dort schon vieles auf den Weg bringen können. Julian, Dominic und Micha konnten nur leider kein Kapital daraus schlagen, dass Junior die rechte Seite wie Figo in seinen besten Jahren beackerte und Meris und Pascal wirklich so gut wie nichts brauchbares in unsere Hälfte ließen, wenn Pascal auch einige technische Fehler im Spiel hatte. Es war eine recht nervöse Performance der Mannschaft, jedoch hätten wir uns schnell und oft beruhigen können, was unserer Anlage viel besser getan hätte. Es kam, wie es kommen musste: Die Hausherren kamen etwas besser ins Spiel, auch mit wenigen sehr gefährlichen Chancen. Auch hieraus konnten wir uns gut befreien und mit mehr Raum auf das gegnerische Tor stürmen, trotzdem sollte uns ein Treffer nicht vergönnt sein.
Diesen veränderten Spielrythmus konnten wir ohne größere Probleme mitgehen und wären auch mit diesem schnellerem Fußball gut zurecht gekommen, nur plötzlich – was ich ansonsten nur sehr selten mache – musste man sich leider fragen, nach welchen Maßstäben der Schiedsrichter das Spiel leiten wollte. Bei kleinen Kontakten gab es sehr schnell Fouls gepfiffen – worüber man sich nicht beschweren darf, denn im Fußball fällt man nun mal, wenn man irgendwo berührt wird und man im Spiel gerade wenige Spielanteile hat – was unseren Rhytmus zum stocken brachte. Zu Beginn (auch in unserer besten Phase) trat dies ausgesprochen selten auf, nur ab einem bestimmten Punkt, fielen die Spieler des FC recht schnell, um Fouls zu ziehen, die jedoch weiterhin recht häufig auch wirklich berührt wurden. Wir warfen uns nicht hin, weil wir die Kontrolle der guten Anfangsphase nicht verlieren wollten, bekamen aber auch bei härterem Einsteigen kaum Fouls gepfiffen, weshalb wir uns etwas ungerecht behandelt fühlten.

„Um ein Spiel zu gewinnen, muss man nicht nur den Gegner, sondern auch den Schiedsrichter und die gegnerischen Fans besiegen“ – wir hatten bis zu diesem Punkt genug Chancen, durften uns darüber also keineswegs beschweren.
Ungefähr 5 Minuten vor Schluss gab es leider den Tiefpunkt der ersten Halbzeit. Ich sage vorweg: Ich stand auf Höhe der Mittellinie, weshalb mein Eindruck täuschen kann, aber das Heimteam bekam einen Strafstoß scheinbar geschenkt, obwohl OFFENSICHTLICH der Ball gespielt wurde. Eric und Meris bekamen für ihr Reklamieren deshalb die gelbe Karte, was auch in so einer Situation nicht passieren darf. Der starke Kapitän verwandelte vom Punkt und wir mussten wie im Hinspiel dem Rückstand hinterher laufen. In Hälfte eins ging jedoch nichts mehr, da die Moral gedämpft war, wenn selbst im Feld Fouls gepfiffen werden, wo klar der Ball gespielt wurde. An diesem Punkt der chronologischen Abfolge möchte ich ein kleines Sternchen setzen, worauf ich später noch zu sprechen kommen möchte.

In Hälfte 2 gab es dann das richtige Comeback von Felix, der zum ersten Mal nach seiner Verletzung 25 Minuten spielen konnte. Leider habe ich meine Mannschaft bis auf unseren „Joker“ nicht mehr wieder erkannt, denn wir wurden zu sehr vom Schiedsrichter runter gezogen, daran müssen wir wachsen, nicht nur die Kinder.. nach ca. 8-10 Minuten gab es dann den nächsten – mehr als fragwürdigen – Strafstoß für Hennigsdorf, diesmal stand ich sogar auf Ballhöhe.
Nun gab es einen Mentalitätskontrast vom feinsten: pure Depression im Moment des Pfiffs, völlige Explosion nach dem Pfostentreffer.
Ich gebe zu, gut gespielt haben wir bis hier hin nicht mehr, jedoch war der Wille wieder da. Felix, Meris, Dome trafen Alu, Micha tankte sich von hinten bis nach ganz vorne durch, Basti kam in guter Position zum Abschluss, ehe er mit einem -nicht geahndeten- Ellbogenstoß wieder vom Feld musste und Patrik konnte ebenfalls Akzente setzen, besonders hinten hat er mir sehr gut gefallen.
Das Spiel war aber nicht im Ansatz mehr das, was wir uns vorstellen. Es ging rauf und runter, Eric musste ein paar mal retten, wir hatten wenig zweite Bälle erobert und liefen uns nicht mehr konsequent für die erste Linie frei. Trotzdem erspielten wir uns wieder Chancen, die von der Qualität her besser, aber quantitativ leider nicht an Hennigsdorfs Statistik heran reichte. 10 Minuten vor Schluss gab es deshalb das – von den Spielanteilen der 2. Hälfte – verdiente 2:0 für das Heimteam. Unsere letzte Chance, doch noch heran zu kommen, gab es ca. 5 Minuten später, als Dominic einen Freistoß in den Winkel zog, der dann aber nicht gegeben wurde (Schiedsrichter zeigte nicht an, das er indirekt sein sollte).

Das Spiel war aus, wir haben trotz allem verdient verloren. Sehr Fair verhielt sich hier auch der Gegner, der trotzdem mit großem Respekt abklatschte.

Endlich konnten wir auch mit dem kompletten Kader antreten, das macht großen Mut für die Zukunft!
Zu meinem Sternchen:
Ich habe schon vernommen, dass meine kleinen Berichte hier und da gelesen werden, was mich sehr freut, denn dieses tolle Team verdient es, bemerkt zu werden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch öffentlich schreiben, dass die Niederlage mindestens zu 50% am Trainer lag. Nach unserer Drangphase, als unser Rhythmus gebrochen wurde, kurz bevor er anfing ins Rollen zu geraten, hätten die Jungs eine neue Linie gebraucht. Der Plan griff zunächst sehr gut und dann fast gar nicht mehr, dort muss ein Trainer den Mut haben, etwas zu verändern.
Deshalb werden wir ab Dienstag, unserem ersten Trainingstag, alles daran setzen, unser Selbstvertrauen zu steigern, gut zu arbeiten und unsere Sache gegen ein ebenfalls starkes Glienicke viel besser zu machen, auch ich persönlich.
Wir wollen und werden alles was in unserer Macht steht versuchen, um das Saisonergebnis zu erzielen, was wir uns wünschen und was wir uns verdienen wollen.

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Ein Kommentar zu Dämpfer in Hennigsdorf

  1. ML ML sagt:

    stell dich mal nicht selbst an den Pranger, Toni. Du, Dirk und die Jungs leistet gute Arbeit und verbreitet Spaß wenn man euch zuschaut !

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